Unsere Freund*innen Frits ter Kuile aus Amsterdam (m) und Susan Crane aus Redwood City (r) beim Verschönern des Zauns mit Friedenszeichen
von Christiane Danowski / August 2026
Wir protestieren gegen die nukleare Teilhabe der Bundeswehr an den US-amerikanischen taktischen Atomwaffen, die in der Eifel gelagert werden und fordern unsere Regierung auf, den internationalen Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen! In diesem Sommer waren wir allerdings nicht „vor Ort“ in Büchel als Ort des Protests. Darum hier dieser Bericht unserer Freundin Christiane Danowski, die dort ein kleines aber feines internationales Protestcamp mitorganisiert hatte.
Auch in diesem Sommer versammelten sich wieder mehr als 20 Friedensaktivist*innen in Büchel in der Eifel für eine bunte Woche voll Widerstand. Mit täglichen Mahnwachen vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Büchel sowie Teilumrundungen des Stützpunktes demonstrierten wir gegen die dort stationierten ca. 20 US-amerikanischen Atomwaffen. Wir fordern die Abschaffung dieser Massenvernichtungswaffen und den sofortigen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.
Im gemeinsamen Austausch und mit Workshops und Vorträgen beschäftigen wir uns mit der todbringenden Gefahr dieser Kampfmittel, nicht nur bei deren Einsatz, sondern in der gesamten Herstellungskette der Bomben. Ein Rückblick mit Fotos auf viele Jahre Widerstand aber bestärkte uns in unserem Anliegen: Durch viele gewaltfreie Go-in-Aktionen, auch unter Beteiligung von US-amerikanischen Friedensaktivis-t*innen, konnten wir unseren Widerspruch in Gerichtsverfahren zu Gehör bringen. Mehrere Verfassungsbeschwerden erfolgten, welche aber nicht angenommen wurden. Die Verfahren gipfelten in Gefängnisaufenthalten, mit welchen wir durch Mahnwachen hinter Gittern unseren Widerstand gegen Atomwaffen bekräftigen.
Höhepunkt der Woche war eine gemeinsame Aktion zivilen Ungehorsams: Die gesamte Gruppe wanderte mit Sonnenblumen und Transparenten „bewaffnet“ zum Zaun des Fliegerhorstes. Dort webten wir, zunächst vom Wachpersonal und der Polizei unentdeckt, mit Flatterband Friedenszeichen in den Zaun und steckten die Sonnenblumen in den Zaun. Sonnenblumen sind weltweit ein Symbol für Frieden und Abrüstung, da sie in der Lage sind, radioaktive Stoffe aus der Erde aufzunehmen. Unterstützt wurden wir von Musiker*innen der Lebenslaute. Die Presse berichtete später, dass unser Blumenschmuck durch die Polizei entfernt werden musste, da „die Blumen die hochmoderne Überwachungs- und Sensortechnik am Sicherheitszaun beeinträchtigen“!
Zum Ausklang der Woche wurde mit einem bunten Fest das 30jährige Bestehen unserer Aktionsgruppe GAAA (Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen) gefeiert. Bei einer zweistündigen Mahnwache vor dem Haupttor des Fliegerhorstes tauschten wir uns über unsere Motivationen zum Widerstand aus und beendeten die Woche mit Musik und Lagerfeuer in unserem Tagungshaus. ■

