![]() |
![]() Diakonische Basisgemeinschaft in Hamburg |
Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit Gastfreundschaft für Flüchtlinge Leben in Gemeinschaft |
![]() |
||
|
Leben heißt: In Bewegung sein
![]() Seit einem Jahr überrascht uns Kleopatra mit Kreativrezepten wie dem "Brot & Rosen-Kohl" am Donnerstag ![]() Unser Schweigemarsch zum "Tag der Unschuldigen Kinder" ![]() "Wohin kommen die Kinder?" von Uta Gerstner / März 2006 Von neuen Bewegungen und uns Bewegendem möchte ich Euch und Ihnen erzählen, von Kommen und Gehen, Demos und Tagungen. Im Winter ist es in unserem Haus gemütlich gewesen mit abendlichen Teestunden und Kartenrunden. Zweimal versammelten wir uns sogar zum winterlichen Lagerfeuer draußen auf der Terrasse und verbrannten unseren Weihnachtsbaum. Was unsere MitbewohnerInnen betrifft, hatten wir mehrere Wochen lang eine reine, sehr nette Männercrew an Bord aus Kamerun, Tunesien und Afghanistan. Letzterer gehört der Minderheit der afghanischen Hindus an und vertritt in seiner offenen und toleranten Art diese Weltreligion neu bei uns im Haus. So können wir aus unserem Leben immer wieder sagen: das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen gelingt, wenn wir uns gegenseitig achten und respektieren. Vor einigen Tagen ist nun eine osteuropäische Frau mit ihren beiden Kindern bei uns eingezogen, und alle Kinder zusammen mischen schon jetzt das Haus ganz schön auf. Wir sind gespannt, wie unser Alltag durch diese neue Familie bereichert werden wird, denn jeder Gast bringt etwas Eigenes mit. Kürzlich haben wir in einem Gespräch mit Ute Andresen verabredet, dass wir sie an Ostern offiziell aus unserer Gemeinschaft verabschieden werden. Utes Leben hat sich an der Seite ihres Lebensgefährten so weiterentwickelt, dass der endgültige Schritt aus Brot & Rosen heraus nun angesagt ist. Selbst wenn wir uns im Alltag an ein Leben ohne sie schon gewöhnen mussten, so ist auf beiden Seiten auch Traurigkeit über den gegenseitigen Verlust. Andererseits bleibt die Verbundenheit durch die gemeinsame Zeit und viel Dankbarkeit für alles, was und wie sich Ute bei Brot & Rosen eingebracht hat. Als Freundin des Hauses und erfahrene ehemalige Gemeinschaftsschwester wird sie uns auf jeden Fall erhalten bleiben. Ute, wir wünschen Dir für Deinen weiteren Lebensweg Gottes Segen und Geleit! In Utes ehemaligem Zimmer hatte sich zwischenzeitlich Elisabeth häuslich eingerichtet. Nachdem sich Elisabeth mit den Wochen und Monaten schon sehr gut in Alltag, Abläufe und Arbeitsfelder eingearbeitet hat, bringt sie sich mehr und mehr mit ihren eigenen Gaben im Haus ein. So lädt vor allem sie gerne unsere MitbewohnerInnen zum geselligen Kartenspiel in der abendlichen Küche ein oder ist eine sehr geduldige Zuhörerin. Deshalb freuen wir uns mit ihr, dass sie ihre Zeit bei uns um ein weiteres Jahr verlängert. Froh stimmt uns auch, dass es Frauke nach sehr langer Krankheit wieder so gut geht, dass sie kürzlich eine Teilzeitstelle aufnehmen konnte, in die sie sich nun vorsichtig einarbeitet. Dahingegen hat uns die erzwungene Ausreise unserer ehemaligen Mitbewohnerin Sina nach Sri Lanka deprimiert, weil sie im Grunde eine Abschiebung war. Nachdem wir gerade ihr freundliches Wesen liebgewonnen hatten, lehnte die Behörde im Handumdrehen trotz körperlicher und seelischer Erkrankung ihren umfassenden Folgeantrag von einem auf den anderen Tag (aus Formgründen) einfach ab. Wie krank und bedroht muss ein Mensch denn sein, bis ihm oder ihr von den Behörden endlich Glauben geschenkt wird?!? Und woher soll eine junge Frau, eben aus einem Bürgerkriegsland entkommen und traumatisiert, denn wissen, dass alles, was sie nicht in der ersten behördlichen Anhörung zu Protokoll gibt und erst später in der Lage ist zu erzählen, dass ihr das alles als frei erfundene Lüge unterstellt wird? Sina musste bis zur Ablehnung ihrer Asylanträge sieben Jahre in einem im Wald abgelegenen Asyllager verbringen, bevor FreundInnen aus der Hamburger Flüchtlingsarbeit sie kennenlernten und sie unterstützen konnten. Wie gut, dass sich immer mehr Unmut regt gegen solch behördlichen Starrsinn und immer mehr Menschen sich einsetzen für menschenwürdige Lebensperspektiven! Hoffnungsvoll ist, was Viola und Elisabeth von einer Tagung in der Ev. Akademie Loccum berichtet haben, bei der besonders die Lebenssituation von MigrantInnen ohne Papiere erörtert und ihre sozialpolitischen Rechtsperspektiven ausgelotet wurden. Die verschiedenen ReferentInnen überraschten u.a. im Hinblick auf die Gesundheits- und Bildungssituation der "papierlosen" und damit rechtlosen Menschen mit sehr kreativen Ideen und neuen Ansätzen. Was davon in Hamburg eingebracht werden kann, wird sich noch zeigen. Wir sind allerdings der Überzeugung, dass unsere wöchentlich stattfindende Mahnwache vor der Ausländerbehörde im Sinne des steten Tropfens auf den Stein nicht ohne Wirkung bleibt. In diesem Sinne zogen wir als zwar kleiner, aber doch beachteter Schweigemarsch zum "Tag der Unschuldigen Kinder" (29.12.) durch die Hamburger Innenstadt zum Rathaus, um auf die Kampagne "Kinder verschwinden" aufmerksam zu machen. Aufgebaut hat uns das wache Interesse für unser Projekt, das wir beim Praxisseminar "Option für die Armen" an der Kath. Fachhochschule Münster erleben konnten: Dort waren Dietrich und ich einen Tag lang eingeladen, von den Anfängen der Catholic Worker-Bewegung und von Brot & Rosen zu erzählen. Besonders groß war auch das Interesse an Dorothy Day, der geistigen Ahnherrin unserer Bewegung der Häuser der Gastfreundschaft, die wir den TeilnehmerInnen, von denen auch einige in der Obdachlosen- und Flüchtlingsarbeit tätig sind, in Wort, Bild und Film vorgestellt haben. Als "Gegengeschenk" wurden wir wiederum auf die links-katholische Französin Madeleine Delbrel (1904 - 1964) aufmerksam gemacht, die, wie Dorothy Day, 1933 mit einer kleinen Frauengemeinschaft begann, im einem kommunistischen Arbeiterviertel von Paris Gastfreundschaft für Notleidende zu leben. Anfang März verbringen wir wieder unser halbjährliches Gemeinschaftswochenende miteinander. Zwar gehen wir nicht auf Reisen, dafür erwarten wir aber Besuch von zwei ReferentInnen, die uns in die Praxis und Theorie der Gewaltfreien Kommunikation (nach Marschall Rosenberg) einführen wollen. Dietrich beschäftigt sich berufsbedingt schon länger mit diesem inspirierenden Konzept aus den USA, das inzwischen auch in Deutschland immer weitere Kreise zieht. Wir erhoffen uns für unsere hausinterne Kommunikation sowie besonders für unliebsame Behördenkontakte konstruktive Impulse. Außerdem wollen wir miteinander besprechen, wie die Gemeinschaft als Ganze die geplante Auszeit von Dietrich und mir gestalten wird. Wir beide werden ab Mai bis zu Einschulung von Joel Ende August vier Sabbatmonate von der Gemeinschaftsarbeit nehmen, teilweise verreisen und auch persönliche Projekte verfolgen. Während wir uns auf diese Familienzeit freuen und schon (zu) viele Ideen haben, was wir tun wollen, muss ja gleichzeitig geplant werden, wer unsere gemeinschaftlichen Aufgaben übernimmt bzw. wie sie überbrückt werden können. Zum Glück sind unsere beiden zupackenden Freiwilligen Melanie und Matt noch bis zum Sommer bei uns, so dass diese Auszeit für uns und die Gemeinschaft gut möglich sein wird. Worauf wir uns aber alle schon jetzt freuen: Nach dem Sommer feiern wir unser 10. Geburtstagsfest: Seit 1996 gibt es Gastfreundschaft für obdachlose Flüchtlinge bei Brot & Rosen, und das wollen wir am 16. September mit (ehemaligen) MitbewohnerInnen und FreundInnen und UnterstützerInnen mit einem kleinen Festprogramm feiern. Also bitte den Termin schon einmal vormerken! Wir freuen uns aufs Feiern!!
Abschiednehmen, das konnte ich noch nie so richtig gut. Doch jetzt heißt es Abschiednehmen vom Leben in Gemeinschaft. In den letzten Monaten konnte ich mich darin einüben, als ich außerhalb von „Brot&Rosen“ gewohnt habe. Ich bin sehr dankbar für die Jahre, die ich mit meinen Geschwistern gegangen bin, dass wir u.a. ein Projekt aus der Taufe gehoben haben, wo keiner dachte, dass es gehen würde. Zu sehen, dass Glaube und Vertrauen auf eine Idee Berge versetzen kann. Im Glauben zu leben, dass ein Zusammenleben unter einem Dach mit so vielen unterschiedlichem Menschen einfach klappen wird und es dann wachsen zu sehen. Ich habe viel in den Jahren im Haus der Gastfreundschaft von anderen gelernt, Leid und Trauer gesehen, aber auch viel Freude und Fröhlichkeit miterleben können. Ich konnte erfahren, welche Kraft Hoffnung geben kann, auch gegen allen Augenschein einer vermeintlichen Realität. Ich gehe mit einem traurigen Auge und verabschiede mich in Frieden und mit Dankbarkeit von meinen Geschwistern aus diesem vollen und wuseligen Leben, aber ich gehe auch mit einem fröhlichen, denn mein jetziges Leben birgt neue Herausforderungen und Lebendigkeiten - und ich freue mich auf diesen Wegabschnitt. Von Herzen danke ich allen Menschen, die das Leben von „Brot&Rosen“, und damit auch meines, unterstützen. Im Haus der Gastfreundschaft habe ich mir einen Traum erfüllt, und mache mich auf den Weg einen neuen zu träumen. Ute Andresen |
MittragenUnsere Gastfreundschaft für obdachlose Flüchtlinge
wird erst möglich durch Spenden
und ehrenamtliche Mitarbeit
weiter... MitfeiernHausgottesdienste, Offene Abende und immer wieder mal
ein Fest: Herzlich willkommen bei uns
im Haus der Gastfreundschaft
weiter... MitbekommenMöchten Sie regelmäßig von uns hören
und mitbekommen, was passiert?
Abonnieren Sie am besten unseren kostenlosen Rundbrief
weiter... MitlebenImmer wieder fragen uns interessierte Menschen,
ob und wann sie uns besuchen kommen können.
Wir freuen uns sehr über dieses Interesse.
weiter... |