Diakonische Basisgemeinschaft in Hamburg
Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit
Gastfreundschaft für Flüchtlinge
Leben in Gemeinschaft
Neues Leben

Nur eine von vielen Kaffeerunden!

Brunsbüttel stilllegen - sofort!

von Johannes Majoros-Steinmetz / Juni 2002

Unser Maifest fand dieses Jahr zum ersten Mal seit vier Jahren wieder bei strahlendem Sonnenschein statt. Und zum ersten Mal gab es ein eigenes kleines Kinderprogramm. Es hat uns und all den FreundInnen und NachbarInnen unseres Hauses der Gastfreundschaft viel Spaß gemacht, gemeinsam den Sommer zu begrüßen.

Schon beim Kreuzweg für die Rechte der Flüchtlinge am Karfreitag hatten wir Glück mit dem Wetter. Es stand geradezu in Kontrast zu den Flüchtlingsschicksalen, in denen wir den Leidensweg Christi wiedererkannten.

Am Sonnabend stimmten wir uns bei einem großen Osterfeuer auf Ostern, das Fest des neuen Lebens, der Auferstehung Christi, ein. Am Ostermontag, nach unserem jährlichen gegenseitigen Versprechen, gingen wir gemeinsam auf den Ostermarsch. Am Abend rundete dann ein festliches Essen mit dem ganzen Haus das Osterfest ab. Das neue Leben macht sich bei uns noch auf ganz anderem Wege bemerkbar. Uta und Dietrich und mit ihnen das ganze Haus erwarten Zwillinge. Das heißt für uns, dass diese wachsende Familie mehr Zimmer und auch einen abgeschlosseneren Raum braucht. Die Lösung, die wir nach längerer Überlegung gefunden haben, besteht in internen Umzügen (und dazugehörigen Renovierungen). Gleichzeitig kommt auf uns mehr Arbeit zu, und wir werden uns in Zukunft in unseren Aktivitäten einschränken und uns auf die Gastfreundschaft für Flüchtlinge konzentrieren. Konkret bedeutet das: Es soll von September diesen bis Juli kommenden Jahres nur noch eine Veranstaltung pro Monat geben, d.h. abwechselnd Hausgottesdienst und Offener Abend. Das bedeutet für uns nicht nur eine Arbeitseinsparung. Wir bekommen auch mehr Zeit, um als Gemeinschaft über die anstehenden Veränderungen zu reflektieren. In diesem Zusammenhang haben wir uns überlegt, dass unsere Veranstaltungen thematisch in Zukunft stärker mit den internen Diskussionen in der Gemeinschaft in Zusammenhang stehen sollen. In der Catholic-Worker-Bewegung gibt es dafür den Ausdruck Clarification of Thoughts (gedankliche Klärung).

Unsere Reihe der Offenen Abende zum Thema "Frieden schaffen" hat ihre Aktualität während der letzten Monate leider nicht verloren. Nach einem Informationsabend über Waffenproduktion in Hamburg im März referierte bei uns im April Foday Turay, ein guter Freund unseres Hauses. Er berichtete über den brutalen Krieg in seinem Heimatland Sierra Leone und sprach über seine Visionen von Ausbildungsprojekten, die den kriegsgeschädigten jungen Menschen neue Hoffnung geben. Die Schilderung der systematischen Verstümmlungen und Einbeziehung von Kindersoldaten machte uns deutlich, wie wichtig der Widerstand gegen Rüstungsexporte und der Einsatz für eine menschliche Asylpolitik sind. Einige Tage später nahmen wir an einer Mahnwache vor dem Universitätsklinikum Eppendorf teil, wo wir dagegen protestierten, dass dort gewaltsame Verabreichungen von Brechmitteln gegen mutmaßliche Dealer durchgeführt werden. Dazu reicht es oft, eine schwarze Hautfarbe zu haben und sich am Hamburger Hauptbahnhof aufzuhalten. Selbst Kinder werden dieser Folter unterzogen, die schon ein Menschenleben gekostet hat. Tags darauf stellten wir bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie in Mühlheim zum Thema "Spiritualität in der Flüchtlingsarbeit" unsere Praxis der gelebten Gastfreundschaft vor.

Wir hatten den März zur besuchsfreien Zeit gemacht. Dafür waren der April und Mai um so mehr von Besuchen geprägt. Susanna, eine Freundin aus dem Ökumenischen Arbeitskreis Asyl in der Kirche, hat bei uns gelebt und uns in den (zu) wenigen Tagen, die sie bei uns war, für viele befruchtende Gespräche gesorgt. Drei Mitglieder der Basisgemeinde Wulfshagenerhütten waren anlässlich einer Verkaufstour für ihr in der eigenen Holzwerkstatt produziertes Spielzeug bei uns zu Gast und wir hatten einen guten Austausch von "Basisgemeinde" zu "Basisgemeinschaft". Kurz darauf, am Tschernobyltag, trafen wir uns - nicht zufällig - vor dem HEW-Kundenbüro in der Innenstadt, um Aufklärung über den letzten Unfall im AKW Brunsbüttel zu verlangen. Dann war Jonas aus der befreundeten Catholic-Worker-Gemeinschaft in Göteborg/Schweden ein paar Tage zu Gast. Kurz darauf übernachtete er nochmals bei uns, diesmal gemeinsam mit fünf anderen, die von Schweden zu einem Pflugscharaktions-Vorbereitungstreffen in den Niederlanden unterwegs waren. Aus Amsterdam wiederum waren zwei alte Catholic-Worker-Freunde, Jim und Gerard, zu Besuch. Fanny Dethloff, die neue Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Evangelischen Kirche, traf sich einen Abend mit uns. Wir hatten einen anregenden Austausch über die (finsteren) Perspektiven unseres gemeinsamen Einsatzes für die Rechte der Flüchtlinge in Hamburg.

An Pfingsten schließlich machten wir einen Ausflug zu einem anderen Catholic-Worker-Projekt, dem "Haus der Gastfreundschaft" im kleinen Dorf Dargelütz bei Parchim. Dort verwirklichen unsere Freunde ÖffÖff und Frieden gemeinsam mit obdachlosen Menschen einen radikal gewaltfreien und natürlichen Lebensstil. Wir tauchten in eine andere, aber doch sehr vertraute Welt ein und der Austausch mit ihnen war sehr anregend. Es ist schön, solche Kontakte zu pflegen in einem großen Netzwerk von befreundeten Gruppen.

Wir erfahren immer wieder, dass viele Menschen unser Haus der Gastfreundschaft gedanklich, finanziell und tatkräftig unterstützen. Allen voran sind dabei unsere Freiwilligen Birke Kleinwächter, Mike Horner, Frauke Niejahr und Mareike Holsten zu nennen. Vor allem freut uns, dass Birke und Frauke die Absicht haben, nach einer gewissen gemeinsamen Vorbereitungszeit Gemeinschaftsmitglieder zu werden. Dadurch wird unser gemeinsames Leben in der Diakonischen Basisgemeinschaft Brot & Rosen gestärkt und bereichert.



Mittragen

Unsere Gastfreundschaft für obdachlose Flücht­linge wird erst mög­lich durch Spenden und ehren­amtliche Mitarbeit
weiter...

Mitfeiern

Hausgottesdienste, Offene Abende und immer wieder mal ein Fest: Herzlich will­kommen bei uns im Haus der Gast­freund­schaft
weiter...

Mitbekommen

Möchten Sie regel­mäßig von uns hören und mit­bekommen, was pas­siert? Abonnieren Sie am besten unseren kosten­losen Rundbrief
weiter...

Mitleben

Immer wieder fragen uns interessierte Menschen, ob und wann sie uns be­suchen kommen können. Wir freuen uns sehr über dieses Inter­esse.
weiter...