![]() |
![]() Diakonische Basisgemeinschaft in Hamburg |
Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit Gastfreundschaft für Flüchtlinge Leben in Gemeinschaft |
![]() |
||
|
Wir sitzen alle in einem Boot
von Birke Kleinwächter / Juni 2005 Wortwörtlich taten wir das am Abschlusstag unseres Gemeinschaftswochenendes bei einer Hafenrundfahrt. Aber auch im übertragenen Sinne sitzen wir in einem Boot. Was immer einen Einzelnen aus unserem Haus betrifft, lässt die anderen nicht unberührt. Ein Bekannter von Birke hatte ganz Brot & Rosen zu einer Hafenrundfahrt eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein erlebten einige unserer MitbewohnerInnen zum ersten Mal Hamburg vom Wasser aus. Hannes - einen herzlichen Dank an Dich und Deinen befreundeten Reeder! - wollte sich für nachbarschaftliche Hilfe bedanken. Im Januar und Februar hatte zeitweise sein kleiner Freund Lukas, gleichzeitig einer von Jonas' besten Freunden, bei uns mit gelebt, weil seine Mutter für längere Zeit ins Krankenhaus musste. Mittlerweile haben wir zwei neue Mitbewohnerinnen in unserem Haus und in unserer Gemeinschaft. Bereits seit Mitte März wohnt Melanie bei uns. Sie möchte auf jeden Fall bis November mit uns leben und arbeiten. Melanie kam nach einem 14-monatigen Freiwilligendienst in Kenia zu uns. Nach ihren Erfahrungen dort in einem kirchlichen Krankenhaus und Kinderheim suchte sie einen solidarischen und gemeinschaftlichen Kontext hier. Und unsere Freiwillige Elisabeth wurde am Ostermontag Novizin - in dem Gottesdienst, bei dem wir unsere Verbindlichkeiten als Gemeinschaft erneuern, unser Leben in der Nachfolge Jesu, in Gemeinschaft mit Flüchtlingen und im politischen Engagement für ihre Rechte zu leben. Am 25.4. zog Elisabeth bei uns ein. Nochmals herzlich willkommen Euch beiden! Gespannt warteten wir auf die Geburt von Corinnas Kind. Enrico kam am 8.4. gesund zur Welt. Wie vereinbart zog Corinna mit Enrico vom Krankenhaus aus direkt zum Vater des Kindes. So war dies ein "Auszug", der trotz aller Vorbereitung und Einstimmung plötzlich kam - anders als der bevorstehende Auszug von Denis. Nachdem er eine tolle Abschiedsparty gegeben hat, wird er Mitte Mai nach Serbien zurückkehren. Denis ist hin und her gerissen, weil er einerseits Angst hat, Hamburg zu verlassen und in eine trostlose Perspektive auszureisen. Andererseits zieht ihn die Sehnsucht zu seinem Sohn und seiner Freundin, von denen er schon so lange getrennt ist. Kraft gibt ihm die Tatsache, dass er nicht mit leeren Händen kommt, sondern Geld mitbringt, das der Familie zu einem eigenen Häuschen verhilft. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den vielen Menschen bedanken, die unserem Spendenaufruf "für Toni" gefolgt sind. Mit Eurem und Ihrem Geld und mit einem Teil der kirchlichen Sprengelkollekte 2004 für unsere Arbeit konnten wir die für den Hauskauf erforderliche Geldsumme aufbringen. Wir werden Euch und Sie über den Fortgang in Serbien informieren. Die Abschiebung der Familie Demirovic ist nur eine von viel zu vielen Abschiebungen, wie sie deutschlandweit, aber verstärkt eben auch in Hamburg, passieren. Den diesjährigen Kreuzweg stellten wir deshalb unter das Motto "Und sie kommen des Nachts" (s. Bildbericht S. 4). Trotz des Regens und der Schulferien kamen ca. 140 Leute, um für die Rechte von Flüchtlingen einzutreten. Zum Thema Abschiebungen in Hamburg empfehlen wir übrigens sehr den jüngst ausgestrahlten Film von Michael Richter "Abschiebung im Morgengrauen". In erschreckend authentischen Bildern beschreibt dieser Film den Alltag in der Ausländerbehörde und bei nächtlichen Abschiebungen, die mitgefilmt werden durften. Wir, die wir bei Café Exil mitgearbeitet haben oder noch arbeiten, haben nie zu hoffen gewagt, dass sich SachbearbeiterInnen der Ausländerbehörde je so unverblümt bei ihrer Arbeit und in ihrem Menschen verachtenden Umgang mit Flüchtlingen würden filmen lassen. Wie oft haben wir uns gesagt, man müsste mal heimliche Film- und Tonaufnahmen machen, weil man es sonst nicht glaubt, wie es in der Ausländerbehörde zugeht. Am 16. August wird uns der Filmemacher bei einem Offenen Abend einen Einblick in die Dreharbeiten und seine Erfahrungen dabei geben. Schon jetzt herzliche Einladung! Auf Anregung von Viola stellten wir uns am letzten Donnerstag im April zum ersten Mal für eine Stunde vor die Ausländerbehörde, um mit einer Mahnwache gegen die Abschiebepolitik Hamburgs zu protestieren. Wir hoffen dies zukünftig regelmäßig zu tun. Viele Menschen, die an dem Tag mit der Ausländerbehörde zu tun hatten, sprachen uns an. Auf ihre Fragen, was sie tun können gegen die drohenden Abschiebungen nach zehn und mehr Jahren in Deutschland, wussten wir leider keine Antworten. Dennoch spürten sie unsere Solidarität und erlebten unsere kleine Aktion als Bestärkung. Es waren vor allem Menschen aus Afghanistan, die uns ihre Not schilderten. Hamburg hat gerade den Beginn von Massenabschiebungen nach Afghanistan beschlossen. Schon liest man in der Zeitung, dass Bayern und Baden-Württemberg sich diesem Vorhaben anschließen wollen. Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Fanny Dethloff, wird in Kürze selbst Afghanistan bereisen, um sich im Auftrag der Nordelbischen Kirche ein Bild von der Situation dort zu verschaffen. Udo Nagel, der Hamburger Innensenator, ist kürzlich in Afghanistan gewesen und hat schon nach drei Tagen von dort verlautbaren lassen, dass die dortige Situation eine sofortige Rückkehr, sprich Abschiebung, der in Hamburg lebenden AfghanInnen rechtfertigt. Diese Einschätzung gilt es genau zu überprüfen. Auf dem Kirchentag soll ein von uns in Auftrag gegebener Kurzfilm über Brot & Rosen erstmals gezeigt werden. In wunderschönen und sehr einfühlsamen Bildern hat die junge Filmemacherin Eve Rennebarth die Atmosphäre in unserem Haus eingefangen. Wir freuen uns darauf, unsere Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe dieses Films noch anschaulicher gestalten zu können. Wenn Sie und Ihr auf dem Kirchentag seid, könnt Ihr Euch gerne einen eigenen Eindruck verschaffen. Die Gemeinschaft wird im Mai viel unterwegs sein, zunächst in Holland beim Vernetzungstreffen der europäischen Catholic Worker-Gemeinschaften und dann, wie bereits erwähnt, auf dem Kirchentag in Hannover. Im Sommer wird Viola für zwei Monate in die USA reisen, um in Los Angeles beim Catholic Worker-Sommercamp einen intensiven Einblick in die Ursprünge der Bewegung und ihre verschiedenen Aktivitäten zu bekommen. Wir freuen uns schon jetzt auf die Eindrücke, die Viola uns mitbringen wird. Wie ein Garten liegt der Sommer vor uns: Die Samen sind gestreut. Wir warten gespannt auf die Vielfalt der Pflanzen, die daraus hervorgehen werden. |
MittragenUnsere Gastfreundschaft für obdachlose Flüchtlinge
wird erst möglich durch Spenden
und ehrenamtliche Mitarbeit
weiter... MitfeiernHausgottesdienste, Offene Abende und immer wieder mal
ein Fest: Herzlich willkommen bei uns
im Haus der Gastfreundschaft
weiter... MitbekommenMöchten Sie regelmäßig von uns hören
und mitbekommen, was passiert?
Abonnieren Sie am besten unseren kostenlosen Rundbrief
weiter... MitlebenImmer wieder fragen uns interessierte Menschen,
ob und wann sie uns besuchen kommen können.
Wir freuen uns sehr über dieses Interesse.
weiter... |